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Die Erkundung des Hochstift-Berufemarktes im Lernkontext der Berufswahlvorbereitung
Die didaktische Literatur benennt die Betriebserkundung (nicht -besichtigung) unter berufsorientierendem Aspekt als klassischen Zugriff zu berufskundlichen Informationen
Vorteile der Betriebserkundung:
- Informationen werden an originalen Orten eingeholt.
- Informationen werden realitätsgetreu, also unverfälscht vermittelt.
- Informationsaufnahme erfolgt über alle Sinne.
Nachteile der Betriebserkundung:
- Es steht nur ein kleines Spektrum unterschiedlicher Berufe zur Verfügung.
- Bei Erkundungen im Klassenverband werden nur das Interessen einer kleinen Schülerzahl getroffen.
Die genannten Nachteile werden durch den Hochstift-Berufemarkt aufgefangen:
- Es wird ein breites Berufsspektrum entfaltet. (von A wie Altenpfleger(in) bis Z wie Zweiradmechaniker(in).
- Als Experten steht eine Vielzahl von Fachleuten (Berufsberater, Ausbilder, Auszubildende) als Gesprächspartner zur Verfügung.
- Die Berufspräsentation erreicht eine große Realitätsnähe.
Somit wird die Erkundung des Hochstift-Berufemarktes zwar nicht zu einem alleinigen, aber zu einem wichtigen Element des Berufswahlcurriculums.
Weitere Elemente sind:
- Fachunterricht: (GE/HS/SO: AL - RS: GL - GY: G/P
- Schülerbetriebspraktikum
- Expertenbefragung im Rahmen des Fachunterrichts
- Erkundungen
Projektwochen (Mögliche Inhalte: Regionale Wirtschaftsstruktur - Regionale Arbeitsmarktstruktur etc.)
Didaktischer Stellenwert
Der didaktische Stellenwert lässt sich in seiner Konsequenz für den Unterricht wie folgt beschreiben:
1. Der Hochstift-Berufemarkt hat einen klar definierten Standort innerhalb des Prozesses der Berufswahlvorbereitung. Damit verliert der Besuch seinen unverbindlichen Charakter, seinen touristischen Charakter
Dieser Standort ist zwar je nach Schulformen unterschiedlich ausgeprägt, aber in jedem Fall gegeben.
Beispiele:
- Die Schülerinnen und Schüler stehen noch unentschlossen vor der Wahl eines Berufes für das Schülerbetriebspraktikum. Der Hochstift-Berufemarkt vermittelt eine Groborientierung und bietet Entscheidungshilfen an. Dazu ist eine Vorbereitung in der Schule erforderlich.
- Die Schülerinnen und Schüler haben eine enge Auswahl von Berufen getroffen, in denen sie praktizieren wollen. Die gezielte Erkundung dieser Berufe gibt Entscheidungshilfen. Dazu ist Vorbereitung in der Schule erforderlich.
- Die Schülerinnen und Schüler setzen sich erstmalig systematisch mit einem Berufsbild auseinander, um eigene noch unklare Vorstellungen zu konkretisieren. Dazu ist Vorbereitung in der Schule erforderlich.
- Die Schülerinnen und Schüler haben sich mit Hilfe der Materialien der Arbeitsagentur, der Kammern oder anderer Info-Quellen mit einem / mehreren Berufen auseinandergesetzt. Sie wollen diese Informationen nun durch Anschauung und Gespräche verifizieren. Dazu ist Vorbereitung in der Schule erforderlich.
- Die Schülerinnen und Schüler haben sich im Unterricht mit Themenbereichen wie "Berufliche Erwartungen", "Beeinflussungskomponenten", "Persönliche Voraussetzungen" auseinandergesetzt und suchen auf dem Hochstift-Berufemarkt nach konkreten Antworten. Dazu ist Vorbereitung in der Schule erforderlich.
Also: Unterschiedlich motivierte Zugriffsweisen bestimmen den Standort.
2. Der Hochstift-Berufemarkt ist ein außerschulischer Lernort, genauso ein Lernort wie das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit, ein Betrieb, eine Verbraucherzentrale o.ä.. Der Unterricht wird lediglich aus dem Klassenraum an einen anderen Ort außerhalb der Schule verlagert.
Die häufig beklagte Trennung zwischen Schule und Wirklichkeit wird durch die Einbeziehung des Hochstift-Berufemarktes in den Lernprozess aufgehoben.
3. Das methodische Instrument zur Aufarbeitung des Hochstift-Berufemarktes ist - wie bereits mehrfach erwähnt - die Erkundung, nicht die Besichtigung. Damit wird unterrichtliche Vor- und Nachbereitung erforderlich.
4. Am Berufsfindungsprozess sind viele Personen beteiligt: Berufsberater, Lehrer, Auszubildende, Eltern, Experten aus der Wirtschaft usw. Der Hochstift-Berufemarkt bündelt dieses Fachwissen zeitlich und bringt alle Beteiligten in einen anschauungsgebundenen Informationsaustausch.
Berufskundliche Infos werden in dieser Fülle nirgendwo so leicht zugänglich wie auf dem Hochstift-Berufemarkt. Darum sind auch die Eltern herzlich eingeladen.
Unterrichtliche Einordnung
- Die spezifischen Leistungen des BM liegen in der Vermittlung von berufskundlichen Infos über unterschiedliche Sinne:
- Arbeitsvorgänge beobachten
- Arbeitsvorgänge ausprobieren
- Visualisierte Infos lesen und verstehen, nachfragen,
- Experten befragen
- usw.
- Der unterrichtliche Zugriff erfolgt über das Verfahren der Erkundung. Das bedeutet den methodischen Dreisprung:
Vorbereitung - Durchführung - Auswertung
Ideen zur Umsetzung, die sich bewährt haben:
Vorbereitung:
SS. setzen sich mit dem eigenen Berufswunsch auseinander:
- Eine Begründung für den Berufswunsch suchen
- Die eigenen Stärken und Schwächen aufschreiben
- Sich über die eigenen Grenzen klar werden
- Ein Brainstorming unter der Fragestellung "Was will ich wissen?" durchführen, auf Karten schreiben und für die Entwicklung eines individuellen Fragebogen nutzen
- Den im Netz stehenden Erkundungsbogen (www.berufemarkt.de) herunterladen und als "Steinbruch" für die Entwicklung eines individuellen Fragebogens nutzen
- Bei überzogenen Vorstellungen individuelle Beratung durch Lehrer oder Berufsberater erhalten
- U.a.m.
SS. besprechen den individuell erarbeiteten Erkundungsbogen, klären Fragen, ergänzen weitergehend usw.
SS. planen die Erkundung eines weiteren Berufes mit orientierendem Charakter
- Ähnlicher Beruf
- Kontrastberuf
SS. bereiten sich auf die Lerntechniken vor - soweit noch nicht geschehen -, die für eine erfolgreiche Erkundung wichtig sind.
- Eine Vorgangsbeobachtung trainieren und mündlich wiedergeben
- Eine Expertenbefragung trainieren (Rollenspiel ??)
- Schwellenängste überwinden
- Auf Personen zugehen
- Fragen stellen - zuhören - aufschreiben
- Nachfragen
- Für Infos bedanken
- usw.
SS. einigen sich über die Dokumentation der Auswertung. (z.B.: Gestaltung einer berufskundlichen DIN - A3 - Seite / Entwicklung einer Power Point Präsentation für Mitschüler, Eltern, ....)
SS. machen sich an Hand der Lageskizzen, die aus dem Internet unter www.berufemarkt.de heruntergeladen wurden, mit den Räumlichkeiten des Hochstift-Berufemarktes vertraut.
Durchführung:
Inhaltlicher Aspekt:
- Intensive Auseinandersetzung mit einem Berufsbild
- Orientierende Auseinandersetzung mit einem weiteren Berufsbild
- Sammlung von Print-Informationen (Flyer, Prospekte, Merkblätter usw.) für die spätere Dokumentation
Formaler Aspekt:
- Terminvereinbarungen einhalten
- Erkundungsbögen/Schreibmaterial bereit halten
- Schreibunterlage mit Klemmvorrichtung
- Lehrerpräsenz auf dem Markt
Beratung
Orientierungshilfe
Auswertung:
- Erfahrungsaustausch als Grundlage für einen individuellen Berufswegfahrplan
Was hat mich in meinem Berufswunsch bestärkt?
Was hat mich unsicher gemacht?
Welche Hilfe benötige ich jetzt weiter?
- Fortführung des individuellen Berufswegplanes
- Gestaltung einer berufskundlichen Seite für eine Informationswand
- Erstellung einer Power Point Präsentation für Mitschüler, Eltern o.a.
- Vereinbarungen über einen gemeinsamen Besuch mit den Eltern am Tag der offenen Tür
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